18. Oktober 2017

Intensivlandwirtschaft Mitverursacher für Artensterben!

Pressemitteilung der BUND-Kreisgruppe zur PM der CDU zum Thema Schutzgebietsausweiseung - HNA vom 10.10.2017

Herr von Garmissen reklamiert für die CDU einen Naturschutz mit milden Mitteln, ohne die strengeren Vorschriften von Naturschutzgebieten. Leider hat das von ihm hervorgehobene „langjährige und verantwortungsvolle Handeln“ der Landbewirtschafter insgesamt eben nicht zum Schutz von Flora und Fauna geführt. Die Ursache für den immensen Artenrückgang und -verlust liegt zum großen Teil an der Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion. Das Nährstoffüberangebot, die Einengung der Feldfruchtwahl, die Homogenisierung und Vergrößerung der Schläge und der damit verbundene Rückgang von Randstrukturen und Blühstreifen, sowie die gestiegene Anwendung von Pestiziden werden auch von der Wissenschaft als wesentliche Einflussfaktoren genannt. Hinzu kommt die stellenweise hohe Nitratbelastung des Grundwassers durch überzogene Düngergaben. „Diese Entwicklung“ - so Herr Beisiegel vom Kreisgruppenvorstand des BUND – „bedarf einer kritischen Bewertung und macht die strenge Unterschutzstellung der wenigen noch verbliebenen halbwegs intakten Landschaftsstrukturen zwingend notwendig“. In diesem Zusammenhang von einem Gefühl unbezahlter Naturschutzgärtnerei zu sprechen verkennt die Realität. Die landwirtschaftlichen Betriebe erhalten über die Flächenprämie und Agrarumweltmaßnahmen pro ha/Jahr zwischen 300,- bis über 500,- € aus Steuergeldern. Diese öffentliche Förderung verpflichtet nach Auffassung des BUND zu einer umweltfreundlichen Nutzung der natürlichen Ressourcen; müsste eigentlich sogar an ein solche gebunden sein.

Naturschutz und Landwirtschaft stehen nur unter den gegenwärtigen politischen Bedingungen in einem gewissen Widerspruch, die Akteure müssten aber grundsätzlich zum gegenseitigen Nutzen an einem Strick ziehen.

28. September 2017

Offener Brief der BUND Kreisgruppe Northeim

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An Frau Landrätin Astrid Klinkert-Kittel
An die Abgeordneten des Kreistages Northeim

 

Mehr Personalstellen für die Naturschutzbehörde des Landkreises Northeim!

 

Sehr geehrte Frau Landrätin,
sehr geehrte Kreistagsabgeordnete,

mit großer Sorge und Unverständnis beobachtet die Kreisgruppe Northeim des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) die seit Jahren mangelhafte Besetzung der Unteren Naturschutzbehörde mit entsprechenden Fachkräften. Diese Tatsache führt zu Vollzugsdefiziten und einer Vernachlässigung wichtiger umweltpolitischer und naturschutzrechtlicher Aufgaben.

Die MitarbeiterInnen der UNB sind trotz ihrer Motivation und Qualifikation immer wieder überfordert, weil die Arbeitskapazität für die Betreuung und Lösung der im Landkreis Northeim anfallenden Aufgaben im Umweltbereich nicht ausreicht. So wird die Realisierung von auferlegten Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen kaum überprüft. Auch Umweltvergehen kann kaum nachgegangen werden, z.B. illegalem Grünlandumbruch, Entfernen von Feldgehölzen entgegen der Satzung des Landkreises, Ausbringung von Gülle an Gewässern usw. Oft wäre hier nicht nur das Aufklären von Vorfällen nötig, sondern auch präventive Strategien, zum Beispiel Fortbildung und Absprachen mit Straßenverwaltungen, Gemeinden, Landwirtschaftskammer usw. Auch die rechtliche Sicherung und die Erstellung von Managementplänen für NATURA2000-Gebiete oder die Landschaftsrahmenplanung kommen kaum voran. Intensiviert werden müssten auch die Pflege besonderer Biotope sowie Artenschutzprojekte und die Ausnutzung von Förderprogrammen.

Diese und weitere Defizite führen zu irreversiblen Schäden im Natur- und Umweltbereich und fördern die Missachtung geltender gesetzlicher Vorschriften und Auflagen. Zum Teil ergeben sich daraus auch EU-rechtliche Konsequenzen.

Seit der Auflösung der Bezirksregierungen wurden dem Landkreis Mittel zur Verfügung gestellt, um die übernommenen Aufgaben personell bewältigen zu können. Das betrifft auch den Umweltbereich. Offensichtlich sind die dafür vorgesehenen Mittel aber nicht für die Schaffung ausreichender zusätzlicher Stellen bei der Unteren Naturschutzbehörde eingesetzt worden. Trotz zusätzlicher arbeitsintensiver Aufgaben im Naturschutzbereich – wie z.B. die rechtliche Sicherung von NATURA-Gebieten, die Erstellung der Managementpläne, Windenergieplanungen, Biotopverbund und vielem mehr - sind heute nicht mehr Stellen bei der UNB vorhanden als vor Jahren. So ist zwar ein Mitarbeiter für die neue Aufgabe der Erarbeitung von Schutzgebietsverordnungen eingestellt worden, damit aber auf Jahre ausgelastet. Ein Ersatz für die Aufgaben von Herrn Kracht, der die UNB vor Jahren verlassen hat, ist aber bisher nicht erfolgt. Trotz weiterer zusätzlicher Aufgaben ist das Personal der UNB also nicht aufgestockt worden, sondern verglichen mit dem Aufgabenpensum eher ausgedünnt worden. Das sich daraus ergebende Defizit kann auch von den engagierten MitarbeiterInnen der UNB nicht mehr aufgefangen werden und ist seit Jahren deutlich spürbar und mittlerweile auch in der Natur des Landkreises sichtbar. Damit wird ganz deutlich: ohne eine ausreichend ausgestattete, handlungsfähige Naturschutzbehörde kann der Landkreis seinen rechtlichen Verpflichtungen und selbstgesteckten Zielen im Umweltbereich nicht nachkommen.

Als engagierte Aktive der großen Umwelt- und Naturschutzverbände des Landkreises sind wir auch im Namen unserer Mitglieder nicht mehr gewillt, diese Situation länger hinzunehmen.

Wir fordern sowohl die Verwaltung, als auch die Politik auf, die Untere Naturschutzbehörde personell so auszustatten, dass alle notwendigen Aufgaben bewältigt werden können und auch ein konzeptionielles, zukunftsgerichtetes Arbeiten in der Behörde möglich ist.

Dazu ist mindestens eine zusätzliche naturschutzfachliche Fachkraft gegenüber dem derzeitigen Stand notwendig. Wichtig ist dies nicht nur für eine rechtskonforme Umsetzung von Naturschutzaufgaben, sondern auch zur Bewahrung und Entwicklung eines lebenswerten und attraktiven Landkreises Northeim!

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Beisiegel

für den Vorstand der Kreisgruppe Northeim des
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.

 

 

Pressemitteilung der BUND Kreisgruppe zur Schutzgebietsausweisung

BUND hält Naturschutzgebiete für zwingend notwendig!

Bei der zur Zeit laufenden Erarbeitung von Naturschutz- und Landschaftschutzgebietsverordnungen handelt es sich nicht um neue Flächen, sondern lediglich um die Sicherung der bereits bestehenden FFH- und Vogelschutzgebiete durch entsprechende Verordnungen. Diese sind auf Grund der schwindenden Biodiversität von Flora und Fauna auch zwingend geboten. Die Ursache für den immensen Artenrückgang und -verlust liegt zum großen Teil an der Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion. Das Nährstoffüberangebot, die Einengung der Feldfruchtwahl, die Homogenisierung und Vergrößerung der Schläge und der damit verbundene Rückgang von Randstrukturen und Blühstreifen, sowie die gestiegene Anwendung von Pestiziden werden auch von der Wissenschaft als wesentliche Einflussfaktoren genannt. Hinzu kommt die stellenweise hohe Nitratbelastung des Grundwassers durch überzogene Düngergaben.

Das die LandwirteInnen erbost auf gewisse Einschränkungen auf Teilflächen ihres Grünlandes reagieren, mag emotional nachvollziehbar sein, doch sind sie gezwungener Maßen Mitverursacher des Problems. Sie werden hierzu aus ökonomischen Gründen von der Agrarpolitik (wachsen oder weichen), der starken Lobby einer mächtigen Chemieindustrie und den marktbeherrschenden Lebensmittelkonzernen durch Niedrigpreise gezwungen. Diese Zusammenhänge sollten die BetriebsleiterInnen sich bewusst machen, Ihre eigentlichen Gegner erkennen und entsprechend handeln.

Sie haben allerdings die Möglichkeit als Ausgleich für Einschränkungen in Naturschutzgebieten finanzielle Fördermittel zu beantragen. Außerdem steht zu bedenken, das die landwirtschaftlichen Betriebe über die Flächenprämie und Agrarumweltmaßnahmen pro ha zwischen 300,- bis über 500,- € aus Steuergeldern erhalten. Diese öffentliche Förderung verpflichtet nach Auffassung des BUND zu einer umweltfreundlichen Nutzung der natürlichen Ressourcen; müsste eigentlich sogar an ein solche gebunden sein.

Naturschutz und Landwirtschaft stehen nur unter den gegenwärtigen politischen Bedingungen in einem gewissen Widerspruch, die Akteure müssten aber grundsätzlich zum gegenseitigen Nutzen an einem Strick ziehen.

Rede des niedersächsischen Umweltministers zum Thema Wolf

 

Zum Thema Wolf gibt es nach wie vor viel Gesprächs- und Informationsbedarf. Anlässlich einer Aktuellen Stunde hat Umweltminister Wenzel am 20.09.2017 im niedersächsischen Landtag eine Rede zum Thema gehalten. Den vollständigen Text können Sie hier nachlesen.

Gartenabfälle und Müll gehören nicht in die Landschaft

In Herbst und Frühjahr erreichen die Aktiven von BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) und NABU (Naturschutzbund) immer wieder besorgte Anrufe von Mitbürgern, die auf die Ablagerung von Müll und Gartenabfällen an Waldrändern und Hecken hinweisen. Diese Art der Entsorgung ist illegal und schädigt Boden und Pflanzen in der Natur. Waldböden, Trockenrasen und Hecken sind in der Regel nährstoffarme Standorte und so wirkt die punktuelle Ablagerung von Gartenabfällen wie eine hochdosierte Düngung des Bodens. Stickstoffliebende Arten werden hierdurch gefördert und verdrängen die an diese Standorte angepasste Flora.

Außerdem gelangen mit Strauchschnitt und Grünabfällen Samen aus den Hausgärten in die freie Natur und führen dort zu sehr problematischen Auswüchsen: Fremde Pflanzen unterdrücken über Jahre die heimische Flora und verändern damit nicht nur die Pflanzen-, sondern auch die Tierwelt.

„Dabei können die Bioabfälle im eigenen Garten einen großen Nutzen stiften“ erläutert Sabine Schumacher vom NABU Dassel-Einbeck, „Mit einem Komposthaufen auf dem Grundstück ergibt sich eine ökologische und preiswerte Alternative zum Kunstdünger und führt zu einer guten Kreislaufwirtschaft im eigenen Garten.“

Selbstverständlich gehören alte Zäune, Holzreste, Plastikgefäße, Kanister und anderer Müll ebenfalls nicht unter die Bäume. Wer diesen Verboten zuwiderhandelt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und die kann, wie Jürgen Beisiegel von der BUND Kreisgruppe Northeim betont, „mit einer Geldbuße in fünfstelliger Höhe geahndet werden“. Schließlich wollen wir alle Wald und Flur in natürlicher Schönheit als Erholungsgebiet nutzen und nicht über Strauch- und Müllhaufen stolpern!

Tipps zum Kompost im eigenen Garten gibt es in den folgenden Broschüren:
„Gartenlust – für mehr Natur im Garten“, erhältlich beim NABU Dassel-Einbeck, Fliederstr. 8, 37586 Dassel-Sievershausen
"BUNDratgeber - Naturschutz beginnt im Garten - Ökologischer Nutzgarten, naturnaher Ziergarten", www.bundladen.de/medien/garten

BUND fordert konkrete Reduktionsziele für Glyphosat

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Der Wirkstoff Glyphosat nimmt mit Abstand den Spitzenplatz im Gesamtabsatz von Herbiziden ein und wurde von der Weltgesundheitsorganisation 2015 als “wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Anlässlich der Anhörung des Agrarausschusses des niedersächsischen Landtages begrüßt der BUND, dass die Fraktionen die Debatte um den in Totalherbiziden eingesetzten Wirkstoff Glyphosat weiterführen. Gesundheits- und Verbraucherschutz sowie der Schutz der Umwelt, wie es die Anträge von CDU, SPD und GRÜNEN betonen, müssen Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen der chemischen Industrie und der Landwirtschaft haben. Aus Sicht des BUND ist angesichts der Artenverluste auch insbesondere der Schutz der Biodiversität in der intensivbewirtschafteten Agrarlandschaft zu betonen.

Anlass der Expertenanhörung in Hannover ist der nach wie vor steigende Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln in der konventionellen Landwirtschaft. Dabei machen glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel den größten Einzelposten aus. Alle grünen Pflanzen werden durch dieses Mittel abgetötet, daher spricht man auch von einem Totalherbizid. Der Wirkstoff wird weltweit so häufig eingesetzt, dass er und seine Abbauprodukte sich in der Umwelt verbreiten und auch über die Nahrungskette vom Menschen aufgenommen werden. „Wenn beim überwiegenden Anteil der untersuchten Menschen in europäischen Großstädten Glyphosat im Urin nachgewiesen werden kann, dann haben wir eine flächendeckende Belastung der Menschen in Europa“, so Tilman Uhlenhaut, Agrarexperte des BUND Niedersachsen. In den vergangenen Jahren sind in verschiedenen Untersuchungen große Bedenken über die gesundheitliche Ungefährlichkeit aufgekommen. Dies gipfelte in der Bewertung der Weltgesundheitsorganisation von 2015

 

Die nun anstehende Wiederzulassung des Wirkstoffes auf europäischer Ebene steht damit erheblich in Zweifel. „Glyphosat muss auch als wichtiger Treiber für die Verluste der Biodiversität in der Agrarlandschaft angesehen werden. Die Funde des Wirkstoffes und seiner unmittelbaren Abbauprodukte, aber auch anderer Pestizidwirkstoffe im Oberflächen- und Grundwasser Niedersachsens sind sehr bedenklich und erfordern konkrete Reduktionsmaßnahmen, “ schätzt Uhlenhaut die Situation in Niedersachsen ein.

Der BUND fordert daher die Fraktionen des niedersächsischen Landtages auf, ihre Anträge weiter zu konkretisieren. Dabei muss von der Bundesgesetzgebung im Bereich Pflanzenschutz eingefordert werden, den sogenannten Integrierten Pflanzenschutz weiterzuentwickeln, verbindlich vorzuschreiben und bei Nichteinhaltung dieser Regeln empfindliche Sanktionen zu verhängen. Der Einsatz von glyphosathaltigen Pestiziden erfordert das Aufstellen von verbindlichen Reduktionszielen, insbesondere beim Nachernteeinsatz. „Chemie muss hier wieder durch mehr guten Ackerbau ersetzt werden. Eine Intensivierung der diesbezüglichen Beratung ist dringend notwendig,“ sagt Uhlenhaut. Er fordert zudem, angesichts der weitverbreiteten Belastung von Menschen, ein Komplettverbot für den Einsatz des Totalherbizides unmittelbar vor der Ernte.

Quellen:
https://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/gentechnik/130612_gentechnik_bund_glyphosat_urin_analyse.pdf

http://www.nlwkn.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/pflanzenschutzmittel-im-grundwasser-nachgewiesen-134746.html

https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2015/dezember/glyphosat-unser-taeglich-gift



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