Gartenabfälle und Müll gehören nicht in die Landschaft

In Herbst und Frühjahr erreichen die Aktiven von BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) und NABU (Naturschutzbund) immer wieder besorgte Anrufe von Mitbürgern, die auf die Ablagerung von Müll und Gartenabfällen an Waldrändern und Hecken hinweisen. Diese Art der Entsorgung ist illegal und schädigt Boden und Pflanzen in der Natur. Waldböden, Trockenrasen und Hecken sind in der Regel nährstoffarme Standorte und so wirkt die punktuelle Ablagerung von Gartenabfällen wie eine hochdosierte Düngung des Bodens. Stickstoffliebende Arten werden hierdurch gefördert und verdrängen die an diese Standorte angepasste Flora.

Außerdem gelangen mit Strauchschnitt und Grünabfällen Samen aus den Hausgärten in die freie Natur und führen dort zu sehr problematischen Auswüchsen: Fremde Pflanzen unterdrücken über Jahre die heimische Flora und verändern damit nicht nur die Pflanzen-, sondern auch die Tierwelt.

„Dabei können die Bioabfälle im eigenen Garten einen großen Nutzen stiften“ erläutert Sabine Schumacher vom NABU Dassel-Einbeck, „Mit einem Komposthaufen auf dem Grundstück ergibt sich eine ökologische und preiswerte Alternative zum Kunstdünger und führt zu einer guten Kreislaufwirtschaft im eigenen Garten.“

Selbstverständlich gehören alte Zäune, Holzreste, Plastikgefäße, Kanister und anderer Müll ebenfalls nicht unter die Bäume. Wer diesen Verboten zuwiderhandelt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und die kann, wie Jürgen Beisiegel von der BUND Kreisgruppe Northeim betont, „mit einer Geldbuße in fünfstelliger Höhe geahndet werden“. Schließlich wollen wir alle Wald und Flur in natürlicher Schönheit als Erholungsgebiet nutzen und nicht über Strauch- und Müllhaufen stolpern!

Tipps zum Kompost im eigenen Garten gibt es in den folgenden Broschüren:
„Gartenlust – für mehr Natur im Garten“, erhältlich beim NABU Dassel-Einbeck, Fliederstr. 8, 37586 Dassel-Sievershausen
"BUNDratgeber - Naturschutz beginnt im Garten - Ökologischer Nutzgarten, naturnaher Ziergarten", www.bundladen.de/medien/garten

BUND fordert konkrete Reduktionsziele für Glyphosat

Online-Aktion unterstützen

Der Wirkstoff Glyphosat nimmt mit Abstand den Spitzenplatz im Gesamtabsatz von Herbiziden ein und wurde von der Weltgesundheitsorganisation 2015 als “wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Anlässlich der Anhörung des Agrarausschusses des niedersächsischen Landtages begrüßt der BUND, dass die Fraktionen die Debatte um den in Totalherbiziden eingesetzten Wirkstoff Glyphosat weiterführen. Gesundheits- und Verbraucherschutz sowie der Schutz der Umwelt, wie es die Anträge von CDU, SPD und GRÜNEN betonen, müssen Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen der chemischen Industrie und der Landwirtschaft haben. Aus Sicht des BUND ist angesichts der Artenverluste auch insbesondere der Schutz der Biodiversität in der intensivbewirtschafteten Agrarlandschaft zu betonen.

Anlass der Expertenanhörung in Hannover ist der nach wie vor steigende Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln in der konventionellen Landwirtschaft. Dabei machen glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel den größten Einzelposten aus. Alle grünen Pflanzen werden durch dieses Mittel abgetötet, daher spricht man auch von einem Totalherbizid. Der Wirkstoff wird weltweit so häufig eingesetzt, dass er und seine Abbauprodukte sich in der Umwelt verbreiten und auch über die Nahrungskette vom Menschen aufgenommen werden. „Wenn beim überwiegenden Anteil der untersuchten Menschen in europäischen Großstädten Glyphosat im Urin nachgewiesen werden kann, dann haben wir eine flächendeckende Belastung der Menschen in Europa“, so Tilman Uhlenhaut, Agrarexperte des BUND Niedersachsen. In den vergangenen Jahren sind in verschiedenen Untersuchungen große Bedenken über die gesundheitliche Ungefährlichkeit aufgekommen. Dies gipfelte in der Bewertung der Weltgesundheitsorganisation von 2015

 

Die nun anstehende Wiederzulassung des Wirkstoffes auf europäischer Ebene steht damit erheblich in Zweifel. „Glyphosat muss auch als wichtiger Treiber für die Verluste der Biodiversität in der Agrarlandschaft angesehen werden. Die Funde des Wirkstoffes und seiner unmittelbaren Abbauprodukte, aber auch anderer Pestizidwirkstoffe im Oberflächen- und Grundwasser Niedersachsens sind sehr bedenklich und erfordern konkrete Reduktionsmaßnahmen, “ schätzt Uhlenhaut die Situation in Niedersachsen ein.

Der BUND fordert daher die Fraktionen des niedersächsischen Landtages auf, ihre Anträge weiter zu konkretisieren. Dabei muss von der Bundesgesetzgebung im Bereich Pflanzenschutz eingefordert werden, den sogenannten Integrierten Pflanzenschutz weiterzuentwickeln, verbindlich vorzuschreiben und bei Nichteinhaltung dieser Regeln empfindliche Sanktionen zu verhängen. Der Einsatz von glyphosathaltigen Pestiziden erfordert das Aufstellen von verbindlichen Reduktionszielen, insbesondere beim Nachernteeinsatz. „Chemie muss hier wieder durch mehr guten Ackerbau ersetzt werden. Eine Intensivierung der diesbezüglichen Beratung ist dringend notwendig,“ sagt Uhlenhaut. Er fordert zudem, angesichts der weitverbreiteten Belastung von Menschen, ein Komplettverbot für den Einsatz des Totalherbizides unmittelbar vor der Ernte.

Quellen:
https://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/gentechnik/130612_gentechnik_bund_glyphosat_urin_analyse.pdf

http://www.nlwkn.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/pflanzenschutzmittel-im-grundwasser-nachgewiesen-134746.html

https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2015/dezember/glyphosat-unser-taeglich-gift



aktuelle Standorte Handysammlung:

Dassel:
Rainald von Dassel - Schule

Northeim:
Foyer der Kreisverwaltung

Suche