Offener Brief an die Landrätin zur Schließung JFZ Silberborn

Offener Brief an die Landrätin Frau A. Klinkert-Kittel

Nachrichtlich an die Fraktionen des Kreistages

Thema: Schließung JFZ Silberborn

Espol, den 24.05.2018

Sehr geehrte Frau Klinkert-Kittel,
mit großer Empörung mussten wir aus der Presse entnehmen, dass der Finanzausschuss des Kreises auf Empfehlung der Verwaltung dem Kreistag die Schließung des Jugendfreizeitheimes Silberborn vorschlägt. Leider ohne dass Alternativen diskutiert und beraten wurden. Das Haus bot seinen Gästen Jahrzehnte beste Voraussetzungen für Sport und Bewegung und diente vielen Schulkindern auf Grund seiner einzigartigen Lage im Hochsolling als Ort für nachhaltige Naturerfahrungen. Gerade in Zeiten bewegungsarmer Smartfonnutzung und wachsender Naturentfremdung von Kindern und Jugendlichen sind Klassenfahrten und Freizeiten unverzichtbar, in denen TeilnehmerInnen unter pädagogischer und fachlicher Leitung die Zusammenhänge der Ökosysteme vermittelt und diese erlebbar gemacht werden.. Solche Einrichtungen sind „nicht aus der Zeit gefallen“ wie die stellvertretende Landrätin Frau Borchers zu wissen glaubt, sondern notwendiger denn je zur Entwicklung eines kritischen Umweltbewusstseins. Es ist bedauerlich, wie Verwaltung und Politik leichtfertig einen so bewährten und naturnahen Ort der Kinder und Jugendbildung allein aus fraglichen finanziellen Gründen zur Disposition stellen.
Eine Schließung der Anlage würde die Schwächung des ländlichen Raumes bedeuten, die touristische Wertigkeit des Solling als Wald des Jahres 2013 schmälern, dem Landkreis die Mitgestaltungsmöglichkeiten und konzeptionelle Arbeit in einem weiteren wichtigen Bereich rauben und den vielen zufriedenen Gästen und potentiellen Besuchern einen Ort der Entspannung, Bewegung und Naturerkundung nehmen.
Der BUND fordert die Verwaltung auf, die Entscheidung über eine Schließung des Freizeitheimes auszusetzen und zunächst die Diskussion mit Parteien, Verbänden, Schulen, Betroffenen und der Öffentlichkeit zu führen, wie es sich für einen demokratischen Prozess gehört. Hierzu müssen alle Fakten auf den Tisch und Alternativen beraten werden. Immerhin beträgt die Rücklage für das Jugendfreizeitheim über 1,15 Millionen, sodass die Zeit nicht drängt. Wir hoffen auf eine positive Entscheidung für Silberborn im Interesse der jungen Generation und deren hoffentlich wachsenden Bewusstseins für die Bedeutung einer intakten Umwelt und Natur sowie einer gesunden Lebensführung.
Jürgen Beisiegel Mitglied des BUND Kreisvorstandes Northeim

BUND Kreisgruppe Northeim unterstützt Anlage von „Bienen-/Insektenweiden“ mit 100,- €

Bienenweiden-Aussaat beendet - über 10.000 qm angelegt.
Am Donnerstag, dem 10. Mai 2018 schrieb Bernd Bundstein, Landwirt aus Moringen u. a.: eine Woche früher als geplant konnte die Aussaat der Bienenweiden in Moringen und Fredelsloh abgeschlossen werden. Nun hoffen wir auf Regen damit die Saat schnell aufgehen kann und sich in 6 bis 8 Wochen ein Blütenmeer entwickelt welches bis zum Herbst den Bienen Nahrungen geben wird. Von den 10100 qm Fläche sind 5000 qm im EU-Programm für Honigbrache. Die restlichen 5100 qm sind Flächen von Privatpersonen außerhalb jeglicher EU-Förderung und ohne EU-Auflagen. Hier wurde eine artenreichere Blühmischung verwendet als für die EU-Flächen. Vielen Dank.
Die anderen Landwirte haben Ihre EU-Blühflächen inzwischen selbst auch schon ausgesät.
Beste Grüße aus Moringen Bernd Bundstein Geschäftsführer

Besuch auf Keeses Bauernhof gibt interessante Einblicke in Probleme und Perspektiven eines Umstellungsbetriebes.

Auf Einladung der BUND KG Northeim besuchten am 9. März 27 interessierte BürgerInnen den Hof von Frank Keese in Großenrode/Moringen im LK Northeim. Der bisher konventionell bewirtschaftete 53 ha große Ackerbaubetrieb befindet sich in der Umstellungsphase zur öko-logischen Wirtschaftsweise. Der Betriebsleiter gewährte den Gästen bei einem Hofrundgang zunächst einen Einblick in die Infrastruktur des Hofes. Für den neuen Betriebszweig der Rin-derhaltung mussten in der Scheune und im Außenbereich Stallplätze für die Mutterkühe und den Nachwuchs geschaffen werden. Perspektivisch sind die Haltung von Milchkühen und die Verarbeitung der Milch zu verschiedenen Milchprodukten vorgesehen. Die einige Jahre alte, riesige freitragende Halle hinter den Altgebäuden beinhaltet ein Kartoffelkühllager, eine Kar-toffelsortieranlage und Platz für den gesamten Maschinenpark des Betriebes samt Werkstatt. In dem zum gemütlichen Café umgebauten alten Kuhstall stand Frank Keese anschließend bei einer Tasse Kaffee dann Rede und Antwort. Er betonte, dem gegenwärtigen Trend des „Wachsen oder Weichen“ in der Landwirtschaft nicht folgen, sondern durch eine Diversifizie-rung seiner Produktpalette und angepasst an die regionale Nachfrage seine Direktvermark-tung ausbauen zu wollen. Die Umstellung auf eine ökologische Wirtschaftsweise beschäftige ihn schon seit längerem, weil er in der Anwendung von Mineraldünger und diversen Pestizi-den keine Zukunft mehr gesehen habe. Seine als konventioneller Landwirt über Jahre ge-wonnene Fachkompetenz und die gleichzeitige Beschäftigung mit Fragen des Ökolandbaus will er jetzt in den Aufbau eines Biolandbetriebes mit einer tiergebundenen Kreislaufwirtschaft investieren. Durch die wachsende Nachfrage nach Bioprodukten sieht Frank Keese keine Absatzprobleme für seine zukünftigen Bioprodukte, die soweit möglich in den regionalen Markt fließen sollen. In dem offenen Gedankenaustausch konnten von dem engagierten und überzeugenden Be-triebsleiter weitere Fragen geklärt werden, so dass die Besucher und Besucherinnen nach gut zwei Stunden sicherlich mit neuen Erkenntnissen zum Thema Ökolandbau und gestiegener Motivation zum Einkauf regionaler und/oder ökologischer Erzeugnisse den Heimweg antra-ten. (mehr unter: www.keeses-bauernhof.de )

Nachtrag zum Offenen Brief „Obstbaumverstümmelung in Weperdörfern“ vom 27.02.2018

Nach einem Gespräch zwischen der Verwaltung der Stadt Hardegsen und VertreterInnen des Ortes Üssinghausen schreibt Frau Stutz (Bauamtsleiterin Hardegsen) per mail am 13.März im Auftrag: Sehr geehrter Herr Beisiegel, als Ergebnis der Besprechung kann ich Ihnen mitteilen, dass im Herbst 2018 Apfelbäume auf einer gemeindlichen Fläche im Bereich des "Eichelberges" gepflanzt werden sollen. Mit freundlichem Gruß Im Auftrage: Stutz

27. Februar 2018

Obstbaumverstümmelung in Weperdörfern

Offener Brief an die Ortsbürgermeister von Trögen und Üssinghausen
Nachrichtlich an den Bürgermeister der Stadt Hardegsen und
die Untere Naturschutzbehörde des LK Northeim

Sehr geehrter Herr Gabler,

sehr geehrter Herr Schneider,

mit großem Entsetzen mussten wir die Verstümmelung der Obstbäume an der Straße zwischen Trögen und Üssinghausen zur Kenntnis nehmen. Es ist davon auszugehen, dass Sie diese Radikalbeschneidung mit initiiert oder zumindest billigend in Kauf genommen haben. Dieser Vorgang muss als Sachbeschädigung an öffentlichem Eigentum bewertet werden, denn die Gehölze wurden sicherlich mit Steuergeldern gekauft und gepflanzt! Auch wenn, wie uns zugetragen wurde, die Stadt Hardegsen seinerzeit die Pflanzung der Obstbäume veranlasste und Ihre Bitte um Beschneidung der Bäume bei der Stadtverwaltung seit mehreren Jahren nicht zum Ziel führte, rechtfertigt dies keine eigenmächtige unqualifizierte Sägerei. Eventueller Ärger über abfallendes Obst darf nicht zu solchen Pflanzendeformationen führen. Auch vor dem Hintergrund eines massiven Insektensterbens ist diese Aktion besonders kritisch zu bewerten.

Frau Sabine Washof, Expertin für Streuobstwiesen und Obstbaumschnitt beim Landesverband des BUND in Hannover kommentiert: „Obstbäume sind Kulturbäume, die einen besonderen Pflegeschnitt bedürfen. Sie unterliegen bestimmten Wachstumsgesetzen, die dringend beachtet werden müssen. Dieser Schnitt der Obstbaumallee kommt einem Kahlschlag gleich und kann nachträglich zu schwerwiegenden Schäden der Bäume, wie z. B. durch Eindringen von Pilzen, führen".

Sicherlich hätte die Möglichkeit bestanden, sich bei Experten Rat zu holen bzw. um Mithilfe zu bitten oder auch reichlich vorhandene Fachliteratur zum Thema Obstbaumschnitt zu studieren. Herr Tildtmann wäre, als ortsansässiger Landschaftsgärtner und Fachmann, sicherlich bereit gewesen Unterstützung zu geben

Wir erwarten einen Vorschlag für Ersatzpflanzungen von Obstbäumen an geeigneter Stelle auf Gemeindeflächen.

Mit kritischen Grüßen

Jürgen Beisiegel – Mitglied des BUND Kreisvorstandes

18. Oktober 2017

Intensivlandwirtschaft Mitverursacher für Artensterben!

Pressemitteilung der BUND-Kreisgruppe zur PM der CDU zum Thema Schutzgebietsausweiseung - HNA vom 10.10.2017

Herr von Garmissen reklamiert für die CDU einen Naturschutz mit milden Mitteln, ohne die strengeren Vorschriften von Naturschutzgebieten. Leider hat das von ihm hervorgehobene „langjährige und verantwortungsvolle Handeln“ der Landbewirtschafter insgesamt eben nicht zum Schutz von Flora und Fauna geführt. Die Ursache für den immensen Artenrückgang und -verlust liegt zum großen Teil an der Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion. Das Nährstoffüberangebot, die Einengung der Feldfruchtwahl, die Homogenisierung und Vergrößerung der Schläge und der damit verbundene Rückgang von Randstrukturen und Blühstreifen, sowie die gestiegene Anwendung von Pestiziden werden auch von der Wissenschaft als wesentliche Einflussfaktoren genannt. Hinzu kommt die stellenweise hohe Nitratbelastung des Grundwassers durch überzogene Düngergaben. „Diese Entwicklung“ - so Herr Beisiegel vom Kreisgruppenvorstand des BUND – „bedarf einer kritischen Bewertung und macht die strenge Unterschutzstellung der wenigen noch verbliebenen halbwegs intakten Landschaftsstrukturen zwingend notwendig“. In diesem Zusammenhang von einem Gefühl unbezahlter Naturschutzgärtnerei zu sprechen verkennt die Realität. Die landwirtschaftlichen Betriebe erhalten über die Flächenprämie und Agrarumweltmaßnahmen pro ha/Jahr zwischen 300,- bis über 500,- € aus Steuergeldern. Diese öffentliche Förderung verpflichtet nach Auffassung des BUND zu einer umweltfreundlichen Nutzung der natürlichen Ressourcen; müsste eigentlich sogar an ein solche gebunden sein.

Naturschutz und Landwirtschaft stehen nur unter den gegenwärtigen politischen Bedingungen in einem gewissen Widerspruch, die Akteure müssten aber grundsätzlich zum gegenseitigen Nutzen an einem Strick ziehen.

28. September 2017

Offener Brief der BUND Kreisgruppe Northeim

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An Frau Landrätin Astrid Klinkert-Kittel
An die Abgeordneten des Kreistages Northeim

 

Mehr Personalstellen für die Naturschutzbehörde des Landkreises Northeim!

 

Sehr geehrte Frau Landrätin,
sehr geehrte Kreistagsabgeordnete,

mit großer Sorge und Unverständnis beobachtet die Kreisgruppe Northeim des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) die seit Jahren mangelhafte Besetzung der Unteren Naturschutzbehörde mit entsprechenden Fachkräften. Diese Tatsache führt zu Vollzugsdefiziten und einer Vernachlässigung wichtiger umweltpolitischer und naturschutzrechtlicher Aufgaben.

Die MitarbeiterInnen der UNB sind trotz ihrer Motivation und Qualifikation immer wieder überfordert, weil die Arbeitskapazität für die Betreuung und Lösung der im Landkreis Northeim anfallenden Aufgaben im Umweltbereich nicht ausreicht. So wird die Realisierung von auferlegten Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen kaum überprüft. Auch Umweltvergehen kann kaum nachgegangen werden, z.B. illegalem Grünlandumbruch, Entfernen von Feldgehölzen entgegen der Satzung des Landkreises, Ausbringung von Gülle an Gewässern usw. Oft wäre hier nicht nur das Aufklären von Vorfällen nötig, sondern auch präventive Strategien, zum Beispiel Fortbildung und Absprachen mit Straßenverwaltungen, Gemeinden, Landwirtschaftskammer usw. Auch die rechtliche Sicherung und die Erstellung von Managementplänen für NATURA2000-Gebiete oder die Landschaftsrahmenplanung kommen kaum voran. Intensiviert werden müssten auch die Pflege besonderer Biotope sowie Artenschutzprojekte und die Ausnutzung von Förderprogrammen.

Diese und weitere Defizite führen zu irreversiblen Schäden im Natur- und Umweltbereich und fördern die Missachtung geltender gesetzlicher Vorschriften und Auflagen. Zum Teil ergeben sich daraus auch EU-rechtliche Konsequenzen.

Seit der Auflösung der Bezirksregierungen wurden dem Landkreis Mittel zur Verfügung gestellt, um die übernommenen Aufgaben personell bewältigen zu können. Das betrifft auch den Umweltbereich. Offensichtlich sind die dafür vorgesehenen Mittel aber nicht für die Schaffung ausreichender zusätzlicher Stellen bei der Unteren Naturschutzbehörde eingesetzt worden. Trotz zusätzlicher arbeitsintensiver Aufgaben im Naturschutzbereich – wie z.B. die rechtliche Sicherung von NATURA-Gebieten, die Erstellung der Managementpläne, Windenergieplanungen, Biotopverbund und vielem mehr - sind heute nicht mehr Stellen bei der UNB vorhanden als vor Jahren. So ist zwar ein Mitarbeiter für die neue Aufgabe der Erarbeitung von Schutzgebietsverordnungen eingestellt worden, damit aber auf Jahre ausgelastet. Ein Ersatz für die Aufgaben von Herrn Kracht, der die UNB vor Jahren verlassen hat, ist aber bisher nicht erfolgt. Trotz weiterer zusätzlicher Aufgaben ist das Personal der UNB also nicht aufgestockt worden, sondern verglichen mit dem Aufgabenpensum eher ausgedünnt worden. Das sich daraus ergebende Defizit kann auch von den engagierten MitarbeiterInnen der UNB nicht mehr aufgefangen werden und ist seit Jahren deutlich spürbar und mittlerweile auch in der Natur des Landkreises sichtbar. Damit wird ganz deutlich: ohne eine ausreichend ausgestattete, handlungsfähige Naturschutzbehörde kann der Landkreis seinen rechtlichen Verpflichtungen und selbstgesteckten Zielen im Umweltbereich nicht nachkommen.

Als engagierte Aktive der großen Umwelt- und Naturschutzverbände des Landkreises sind wir auch im Namen unserer Mitglieder nicht mehr gewillt, diese Situation länger hinzunehmen.

Wir fordern sowohl die Verwaltung, als auch die Politik auf, die Untere Naturschutzbehörde personell so auszustatten, dass alle notwendigen Aufgaben bewältigt werden können und auch ein konzeptionielles, zukunftsgerichtetes Arbeiten in der Behörde möglich ist.

Dazu ist mindestens eine zusätzliche naturschutzfachliche Fachkraft gegenüber dem derzeitigen Stand notwendig. Wichtig ist dies nicht nur für eine rechtskonforme Umsetzung von Naturschutzaufgaben, sondern auch zur Bewahrung und Entwicklung eines lebenswerten und attraktiven Landkreises Northeim!

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Beisiegel

für den Vorstand der Kreisgruppe Northeim des
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.

 

 

Pressemitteilung der BUND Kreisgruppe zur Schutzgebietsausweisung

BUND hält Naturschutzgebiete für zwingend notwendig!

Bei der zur Zeit laufenden Erarbeitung von Naturschutz- und Landschaftschutzgebietsverordnungen handelt es sich nicht um neue Flächen, sondern lediglich um die Sicherung der bereits bestehenden FFH- und Vogelschutzgebiete durch entsprechende Verordnungen. Diese sind auf Grund der schwindenden Biodiversität von Flora und Fauna auch zwingend geboten. Die Ursache für den immensen Artenrückgang und -verlust liegt zum großen Teil an der Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion. Das Nährstoffüberangebot, die Einengung der Feldfruchtwahl, die Homogenisierung und Vergrößerung der Schläge und der damit verbundene Rückgang von Randstrukturen und Blühstreifen, sowie die gestiegene Anwendung von Pestiziden werden auch von der Wissenschaft als wesentliche Einflussfaktoren genannt. Hinzu kommt die stellenweise hohe Nitratbelastung des Grundwassers durch überzogene Düngergaben.

Das die LandwirteInnen erbost auf gewisse Einschränkungen auf Teilflächen ihres Grünlandes reagieren, mag emotional nachvollziehbar sein, doch sind sie gezwungener Maßen Mitverursacher des Problems. Sie werden hierzu aus ökonomischen Gründen von der Agrarpolitik (wachsen oder weichen), der starken Lobby einer mächtigen Chemieindustrie und den marktbeherrschenden Lebensmittelkonzernen durch Niedrigpreise gezwungen. Diese Zusammenhänge sollten die BetriebsleiterInnen sich bewusst machen, Ihre eigentlichen Gegner erkennen und entsprechend handeln.

Sie haben allerdings die Möglichkeit als Ausgleich für Einschränkungen in Naturschutzgebieten finanzielle Fördermittel zu beantragen. Außerdem steht zu bedenken, das die landwirtschaftlichen Betriebe über die Flächenprämie und Agrarumweltmaßnahmen pro ha zwischen 300,- bis über 500,- € aus Steuergeldern erhalten. Diese öffentliche Förderung verpflichtet nach Auffassung des BUND zu einer umweltfreundlichen Nutzung der natürlichen Ressourcen; müsste eigentlich sogar an ein solche gebunden sein.

Naturschutz und Landwirtschaft stehen nur unter den gegenwärtigen politischen Bedingungen in einem gewissen Widerspruch, die Akteure müssten aber grundsätzlich zum gegenseitigen Nutzen an einem Strick ziehen.

Gartenabfälle und Müll gehören nicht in die Landschaft

In Herbst und Frühjahr erreichen die Aktiven von BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) und NABU (Naturschutzbund) immer wieder besorgte Anrufe von Mitbürgern, die auf die Ablagerung von Müll und Gartenabfällen an Waldrändern und Hecken hinweisen. Diese Art der Entsorgung ist illegal und schädigt Boden und Pflanzen in der Natur. Waldböden, Trockenrasen und Hecken sind in der Regel nährstoffarme Standorte und so wirkt die punktuelle Ablagerung von Gartenabfällen wie eine hochdosierte Düngung des Bodens. Stickstoffliebende Arten werden hierdurch gefördert und verdrängen die an diese Standorte angepasste Flora.

Außerdem gelangen mit Strauchschnitt und Grünabfällen Samen aus den Hausgärten in die freie Natur und führen dort zu sehr problematischen Auswüchsen: Fremde Pflanzen unterdrücken über Jahre die heimische Flora und verändern damit nicht nur die Pflanzen-, sondern auch die Tierwelt.

„Dabei können die Bioabfälle im eigenen Garten einen großen Nutzen stiften“ erläutert Sabine Schumacher vom NABU Dassel-Einbeck, „Mit einem Komposthaufen auf dem Grundstück ergibt sich eine ökologische und preiswerte Alternative zum Kunstdünger und führt zu einer guten Kreislaufwirtschaft im eigenen Garten.“

Selbstverständlich gehören alte Zäune, Holzreste, Plastikgefäße, Kanister und anderer Müll ebenfalls nicht unter die Bäume. Wer diesen Verboten zuwiderhandelt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und die kann, wie Jürgen Beisiegel von der BUND Kreisgruppe Northeim betont, „mit einer Geldbuße in fünfstelliger Höhe geahndet werden“. Schließlich wollen wir alle Wald und Flur in natürlicher Schönheit als Erholungsgebiet nutzen und nicht über Strauch- und Müllhaufen stolpern!

Tipps zum Kompost im eigenen Garten gibt es in den folgenden Broschüren:
„Gartenlust – für mehr Natur im Garten“, erhältlich beim NABU Dassel-Einbeck, Fliederstr. 8, 37586 Dassel-Sievershausen
"BUNDratgeber - Naturschutz beginnt im Garten - Ökologischer Nutzgarten, naturnaher Ziergarten", www.bundladen.de/medien/garten



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