Seit ca. 20 Jahren versuchen die GVO-Konzerne wie BASF, Syngenta, Bayer-AG, DuPont und KWS den Wiederstand gegen ihre gefährlichen patentierten Produkte in Schach zu halten. In der Vergangenheit wurden die Proteste hauptsächlich von den bekannten Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und nicht zuletzt von BUND (Friends of the Earth) neben vielen anderen Gruppen geleistet. Hier in Süd-Niedersachsen war es die KWS,die mit enormen Aufwand versuchte, ihre unnatürlichen Kunstprodukte auf den Markt zu bringen, ungeachtet der Tatsache, dass die Bevölkerung zu 80 % dagegen ist. Dabei war und ist es ein gängiges Mittel, durch direkte Einflussname bei den Entscheidungsträgern der Politik, Lobbyarbeit zu leisten. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet: Der anhaltende Wiederstand in weiten Teilen der Bevölkerung fürte dazu, dass die KWS erklärte, ihre GVO-Produkte nur noch in den Märkten in Einsatz zu bringen, in denen auch eine entsprechende Nachfrage besteht.
Diese Äußerung begrüßt der BUND. Wir werden auch in der Zukunft dafür sorgen, dass die Nachfrage von GVO nicht steigt! Wir vom BUND sind der Meinung: es ist gut, die KWS mit den vielen Arbeitsplätzen in der Region zu haben, aber bitte ohne Gentechnik!
Auch international hat sich die Lage verändert. Bei der weltweiten Aktion am 25. Mai 2013 March Against Monsanto protestierten in mehr als 50 Ländern Millionen gegen Mosanto. Dass durch diese Aktion mit Hilfe von Twitter und Facebook auch ganz normale Bürger sich am Protest beteiligten, macht sie nervös.
In einer kurzen Pressemitteilung am 1.Juni 2013 in der Einbecker Morgenpost war zu lesen:
"Der weltgrößte Saatguthersteller Monsanto gibt den Kampf für die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen in Europa auf.
"Wir machen keine Lobbyarbeit mehr für den Anbau in Europa" sagte der Sprecher von Monsanto-Europa."
Unser jahrelanger Kampf gegen die Gentechnik zegt die ersten Erfolge. Wir vom BUND bleiben dran!

Position aus der BUND Bundesgeschäftsstelle

Monsanto zieht sich angeblich aus Europa zurück - das ist das, was durch etliche Medien geistert. Und worüber einige Aktivisten und Umweltverbände jubilieren.

Ich halte das für Unsinn. Was die Monsanto-Vertreter gesagt haben, ist, dass sie sich auf die EU-Länder focussieren wollen, in denen sie Akzeptanz haben (Spanien, Portugal, Tschechien) und dass sie den Gentech-Mais auf sich beruhen lassen wollen. Das ist meiner Interpretation nach der Mon 810, der ja bekanntlich schwer floppte, außer in den genannten Ländern. Sie haben nichts über die Soja und die Zuckerrüben gesagt, für die Zulassungsanträge auf den EU-Anbau laufen. Und sie haben noch anderen Gentech-Mais in der Pipeline, den sie sicher nicht einstampfen.

Bitte beachtet: Monsanto hat keinen seiner laufenden Zulassungsanträge für GVO in der EU zurückgezogen – sowohl die Anträge für den Anbau (u.a. 14 Glyphosat-resistente Pflanzen) als auch für Importe (grob geschätzt ca. 30) laufen weiter.

Auch alle anderen Lobbyaktivitäten (Kippen der Nulltoleranz für nicht zugelassene GVO in Lebensmittel und im Saatgut, beschleunigte Zulassungen) laufen weiter, natürlich über die Lobbyorganisationen, in denen Monsanto fett vertreten ist.

Das ganz große Ungemach droht über das EU-USA- Freihandelsabkommen: „Beseitigung von nichttarifären Handelshemmnissen“ und „gegenseitige Anerkennung“ von Standards lauten die Zauberformeln, über die Monsanto und Co erleichterten Zugang zu den EU-Märkten bekommen wollen. Die EU-Kommision wird dafür am 18. Juni das Verhandlungsmandat bekommen.

Kurz: Monsanto geht vorne raus und kommt hinten wieder rein. Es steht nur nicht mehr Monsanto drauf, sondern US-Regierung, Grain Club, American Soybean Association, Bund Deutscher Pflanzenzüchter etc.

 

Siebenjähriger Antrag der KWS auf Freilandversuche mit Gen-Rüben muss abgelehnt werden!

Pressemitteilung der BUND Kreisgruppe Northeim vom 24. Januar 2012

Es bedarf schon ein hohes Maß von Unverantwortlichkeit und Ignoranz, wenn Verantwortliche der KWS sich einen Freibrief zur Freisetzung von Gen-Rüben für den langen Zeitraum von sieben Jahren beschaffen wollen. Dieser Antrag erfolgt zu einer Zeit, in der immer mehr Meldungen über die negativen Folgen des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen veröffentlicht werden. So gerät  auch das Pestizid Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat verstärkt in die Kritik, welches in Kulturen mit gentechnisch gegen diesen Wirkstoff resistent gemachten Pflanzen eingesetzt wird (z. B. Soja, Mais, Rüben). So werden in den Hauptanbauländern Südamerika und den USA die notwendigen Aufwandmengen des Pestizids ständig höher, weil durch den Einsatz die zu bekämpfenden Beikräuter im Acker zunehmend Resistenzen aufweisen. Der Deutschlandfunk berichtet am 9.02.2011:

"In Argentinien wird auf rund zwanzig Millionen Hektar Gen-Soja angepflanzt. Das ist die Hälfte der Gesamt-Anbaufläche. In den Gensoja-Gebieten leben rund vierzehn Millionen Menschen. Sie leiden darunter, dass pro Jahr etwa zweihundert Millionen Liter Unkrautvernichtungsmittel versprüht werden, an erster Stelle Glyphosat."

Der renommierte amerikanische Professor  Don Huber berichtet von Meldungen über erhöhte Krebsraten, Geburtsschäden, Neugeborenensterblichkeit, Immunerkrankungen, Nierenschäden sowie Haut- und Augenschäden bei Menschen, die in der Nähe von genveränderten Sojafeldern leben.

Andrés Carrasco, Leiter des Labors für Molekulare Embryologie der staatlichen Universität Buenos Aires, wollte wissen, was es damit auf sich hat. Der Forscher untersuchte die Auswirkungen von Glyphosat auf Embryonen von Vögeln und Lurchen, woraus er die Konsequenzen für menschliche Embryonen ableitete:
"Aufgrund der Ergebnisse müssen wir ernsthaft in Betracht ziehen, dass Glyphosat Auswirkungen auf einige Metaboliten hat, das sind Zwischenprodukte im Stoffwechselvorgang, die bei der embryonalen Entwicklung entscheidend sind. Und wenn der Stoffwechsel des Embryos verändert wird, kann es zu Missbildungen kommen. In der Regel geht der Embryo frühzeitig ab, oft merken die Frauen es nicht. Doch ab und zu kommt ein Kind mit Missbildungen auf die Welt." Neben den zahlreichen offenen Fragen der Wirkung auf die menschliche Gesundheit, beeinträchtigt Glyphosat die Aufnahme von Mikronährstoffen, zeigt negative Wirkungen auf Bodenleben und Bodenfruchtbarkeit und führt dauerhaft zu sinkenden Erträgen.

Aber auch in Europa wird Roundup eingesetzt und mit jeder genehmigter Freisetzung von Roundup-resistenten Pflanzen erhöht sich die Belastung von Boden, Wasser und den Rückständen in der Nahrung.

Das Umweltinstitut München e. V. berichtet von Untersuchungen spanischer Wissenschaftler, die in über 40 Prozent der untersuchten Proben Glyphosat nachwiesen, in Konzentrationen, die bis zu 25 mal höher sind als der deutsche Grenzwert. Dazu ist wichtig zu wissen, dass in der EU  für Sojabohnen seit 1996 ebenfalls ein zulässiger Glyphosat-Rückstandswert von 20 mg/kg gilt. Dieser hohe Wert darf in der EU für kein anderes Pestizid und in keinem anderen Produkt erreicht werden. Maximale Rückstandswerte für Pestizide in der Sojabohne liegen, mit wenigen Ausnahmen wie etwa Endosulfan, üblicherweise zwischen 0,01 und 0,1 mg/kg. In Deutschland wird Grundwasser offiziell  kaum und wenn nur freiwillig untersucht. Unter diesen Voraussetzungen ist die Freisetzung von Roundup resistenten Pflanzen zu untersagen und dem Wirkstoff Glyphosat die Zulassung zu entziehen.

Münsterkirche Einbeck in der Kritik

Durch Veröffentlichungen in der lokalen Presse musste der BUND mit großem Bedauern zur Kenntnis nehmen, dass die Mehrheit im Kirchenvorstand der Münsterkirche Einbeck den Empfehlungen der Landeskirche Hannover nicht gefolgt ist   und daher Gentechnik auf ihrem Kirchenland zulassen will.

Hier wird die direkte und indirekte Einflussnahme der KWS auf die kirchlichen Entscheidungsträger sichtbar. Ein Hauptinstrument dazu sind die Zustiftungen die in den Stiftungstopf der Münsterkirche fliesen. Die größten Zustiftungen kommen bekanntermaßen.

Aus dem Umfeld der KWS. Sichtbares Zeichen dabei ist nicht zuletzt Dr. Henning v. der Ohe, Leiter der Abteilung Unternehmensentwicklung und Kommunikation der KWS-AG  als Vorsitzender des Stiftungsrates der Münsterkirche!

Hier bewegt sich der Kirchenvorstand auf einem sehr schmalen Grat zwischen Glaubwürdigkeit auf der einen Seite und Beschaffung von Geldmittel auf der anderen Seite.

Ist die Münsterkirche käuflich geworden??? 

Erinnern wir uns der Worte Jesu in der Bergpredigt:

Niemand kann zwei Herren dienen, er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen,- Gott und dem Mammon!

In der Begründung zur Ablehnung des des Synodenbeschlusses heißt es u.a „…“die eher kurze Zeit, die der Mensch mit der Gentechnik Erfahrung macht bedarf einer besonderen Sorgfalt bei ihrer Anwendung.“

Diese Feststellung ist Unvereinbar mit der Tatsache, dass kein Mensch mehr in der Lage ist ausgekreuzte, gentechnisch veränderte Pflanzen aus der Umwelt wieder zurückzuholen. Die Gensubstanzen  verselbständigen sich mit unbekannten Folgen! Als 2. Argument pro Gentechnik wird die Verringerung des Spritzmitteleinsatzes genannt. Das Gegenteil ist der Fall. In den Argentinischen Soja-Anbaugebieten ist bereits bis zu 10 –fache Menge Round-Up nötig, um überhaupt noch Wirkung zu zeigen, mit verheerenden Folgen für Boden und Umwelt. Statt die Ernährungssituation zu vereinfachen, werden mit der Gentechnik neue schwerwiegende Probleme geschaffen! Die Ordnungsgesetze, die Gott in sein Schöpfungswerk gelegt hat, bedürfen keiner Veränderung wohl aber der Boden, die Grundlage aller Fruchtbarkeit eine sorgfältige Pflege um die Ernährungsgrundlage der Weltbevölkerung zu erhalten. China, mit seiner kleinstrukturierten Landwirtschaft ist dafür das beste Beispiel. Hat es doch die Fruchtbarkeit der Böden über Jahrtausende erhalten.

Die Entscheidung entgegen der Empfehlung der Landeskirche, pro Gentechnik auf kircheneigenen Flächen schadet dem Ansehen der ev. Kirche insgesamt und der Münsterkirche im besonderen Maße.

Die  KWS ist ein internationaler Konzern der in seinen Strategien und Vorgehensweisen  entsprechend amerikanisiert ist. Ein Instrument dabei ist das sog.“ Greenwashing“ u.a  auch mit Einflussnahme durch Zustiftungen. Hierbei, so scheint es, ist die Münstergemeinde Instrument geworden, um die schwerwiegenden unkontrollierbaren Folgen der Gentechnik vergessen zu lassen!  

Wie negative Folgen der Gentechnik verheimlicht werden!

Pressemitteilung der BUND Kreisgruppe Northeim vom 31. März 2011

 

Dr. Arpad Pusztai forschte zu den Folgen gentechnisch veränderter Futtermittel und machte besorgniserregende Entdeckungen! Aber statt Aufträgen für weitergehende Testreihen erhielt er die Kündigung.

 Dr. Arpad Pusztai, der führende Wissenschaftler für Nahrungsmittelforschung, erklärte 1998 im britischen TV in einem kurzen Interview, dass vor der Zulassung von Gentechnik in Nahrungsmitteln unbedingt Langzeittests durchgeführt werden müssten. Er selbst hatte Testreihen durchgeführt, bei denen mit gentechnisch veränderten Kartoffeln gefütterte Ratten u. a. gravierende Organveränderungen  und Immunschäden erlitten. Ohne es zu ahnen ernährten sich zu der Zeit aber schon die Mehrheit der amerikanischen und der britischen Bevölkerung von Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Bestandteilen.

Innerhalb weniger Stunden ist Pusztai in heftigstem  politischen  Kreuzfeuer, ihm wird verboten, sich weiter dazu zu äußern, seine Unterlagen werden konfisziert,  der Zugang sein Labor versperrt, ihm wird nach Jahrzehnte langer, anerkannter Tätigkeit sogar gekündigt…

2005 wird Pusztai mit dem „Whistleblower - Preis“ ausgezeichnet als jemand, der brisante Risiken aufgedeckt hat, trotz hohen persönlichen Risikos.

Zur Geschichte von A. Pusztai ist im Auftrag des Bayrischen Rundfunks ein interessanter Film entstanden: „ARPAD PUSZTAI - WHISTLEBLOWER“

Packend zeigt er ein anschauliches Bild von der nach wie vor sehr aktuellen Problematik der Gentechnik in der Landwirtschaft und damit auch in unserer Nahrung: Es gibt keine ausreichenden und unabhängigen Untersuchungen von den Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt, stattdessen wird massiv versucht, die negativer Erkenntnisse zu unterdrücken.

Die BI für ein gentechnikfreies Südniedersachsen und die BUND Kreisgruppe Northeim zeigen den Film am 15. April 2011 in Uslar.

Percy Schmeiser - David gegen Monsanto (2009)

Film und Diskussion am  Freitag 18. September 2009  im Gemeindehaus der Münsterkirche

Stellen Sie sich vor, ein Sturm weht über Ihren Garten und ohne Ihr Wissen und ohne Ihre Zustimmung sind nun fremde, gentechnisch veränderte Samen in Ihrem jahrelang gepflegten und gehegtem Gemüsebeet. Ein paar Tage später kommen Vertreter eines Agrar-Konzerns zu Ihnen nach Hause, fordern Ihr Gemüse und erstatten zugleich Strafanzeige in Höhe von € 20.000, wegen widerrechtlicher Nutzung gentechnisch veränderter Saaten. Und: Das Gericht gibt dem Konzern Recht! Doch Sie kämpfen...

Diese Geschichte ist keine Utopie, sondern bittere Wahrheit weltweit. Es ist auch die Geschichte von Louise und Percy Schmeiser, kanadischen Landwirten, die seit mittlerweile 1996 gegen den Saatgut-Multi Monsanto kämpfen. Es geht um die Verunreinigung ihrer Ernte mit gentechnisch verändertem Saatgut, um Patente und die Kontroll- und Gerichtsmethoden des Großkonzerns. Die Schmeisers kämpfen nicht nur gegen Monsanto und somit für Ihre Existenz als Landwirte, sondern für Ihr Recht auf Redefreiheit und Eigentum. Und für das Recht Ihrer Kinder und Enkel, mit naturbelassenen Nahrungsmitteln aufwachsen zu können.

Der Film soll Mut machen. Alldenjenigen, die fürchten, dass man als Einzelner keine Macht gegen eine Politik der Wirtschaftsinteressen und gegen Machenschaften der Großkonzerne hat. "David gegen Monsanto" dokumentiert das Gegenteil. Percy Schmeiser kämpfte - mit Erfolg.

Regie: Bertram Verhaag   -    Dauer: 65 Minuten



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