Stellungnahme gegen den Gewerbepark „Leinetal“ nach der 2. Öffentlichen Auslegung der Baupläne vom 2.1. bis 3.2.2017

geplanter Gewerbepark Nörten

  • Mitte Januar Pressebericht über Planung eines Gewerbeparks bei Nörten mit Autohof/Tankstelle, Fastfood-Restaurant, Markthalle auf landwirtschaftlich genutzter Fläche – 3,5 ha! Zwischen zwei in unmittelbarer Nähe befindlichen Tankstellen.
  • 26.01.2016 Offener Brief an Bürgermeisterin von Nörten! hier lesen
  • 01.02.2016 ausweichende Antwort der Bürgermeisterin  hier lesen
  • 10.02.2016 Nachgehakt – 2. Offener Brief an Bürgermeisterin! hier lesen
  • 22.02.2016 Antwort mit Zusage der Beteiligung des BUND – Bisher nur Aufstellungsbeschluss zum Start des weiteren Verfahrens, d.h. die Bauleitplanung steht erst am Anfang! Weitere Schritte im Juni und Herbst 2016
  • Mehrere zustimmende Mails aus der Bevölkerung mit dem Angebot eventuelle Aktionen zu unterstützen!
  • Erstellung einer Unterschriftenliste  hier runterladen, ausdrucken und sammeln
  • 24.05.2016: Gemeinde Nörten-Hardenberg beschließt die Auslegung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan für den „Autoservicepark“ vom 20.06. bis 20.07.2016! (Ferienzeit, da wird der Widerstand reduziert!!)
  • ab 04.07.2016 kann auch digital über den geplanten Gewerbepark abgestimmt werden. Hier kann direkt die Petition "Kein Gewerbepark in Nörten zwischen Autobahn und B3" augerufen werden.

Pressemitteilung der BUND Kreisgruppe Northeim vom 19.09.2016

Klima, Boden und Natur werden dem Markt geopfert. Bauausschuss in Nörten-Hardenberg für Fortsetzung der Planung des Gewerbeparks.

Getreu dem Motto „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ wurden während der Bauausschuss-Sitzung am 13.09. vom Vertreter der Planungsgruppe lange puche alle im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung geäußerten Einwände vom Tisch gefegt. 16 Träger öffentlicher Belange (u.a. der BUND) und mehrere Privatpersonen hatten Stellungnahmen zu dem Projekt abgegeben und auf die Versiegelung des wertvollen Ackerlandes, Zunahme von Lärm und Immissionen, Zersiedlung der Aue, Folgen für die Nörtener Innenstadt etc. hingewiesen. Ausschlaggebend für die Zurückweisung aller Argumente gegen den sinnlosen Gewerbepark durch den vom Investor gekauften Planer waren die „harten Standortfaktoren“. Nur genau hier, zwischen Autobahn und B3, sollen eine dritte Tankstelle, ein Fastfood-Restaurant und eine Markthalle platziert und die Autofahrer mittels Werbepylon von der Piste gelockt werden. Selbst die von engagierten Bürgerinnen nochmals vorgetragenen Einwände und der Hinweis auf weit über eintausend Unterschriften gegen das Projekt ließen die Ausschussmitglieder völlig kalt und ohne Reaktion. „So wird eine sogenannte öffentliche Beteiligung zur Farce“, bewertet Jürgen Beisiegel vom BUND das Procedere. „Fast zynisch klingt es dann auch, wenn die frisch gewählte Bürgermeisterin Frau Glombitza auf die demokratische Möglichkeit verweist, bei der Auslegung der endgültigen Planung durch lange puche erneut Argumente vortragen zu können, vermutlich mit demselben Ergebnis wie am ersten Mal“, so Beisiegel weiter.

Während die Medien täglich über Klimawandel, CO²-Ausstoß, Flächenverbrauch , Artensterben und andere Umweltbeeinträchtigungen berichten, stecken auch die kommunalen Entscheidungsträger in Nörten den Kopf in den Sand und huldigen dem Investor und dem freien Markt.

Da scheinen die BürgerInnen, von denen viele in ihrer Freizeit Unterschriften gesammelt und/oder per Unterschrift ihren Protest gegen das Projekt zu Ausdruck gebracht haben, mehr Bewusstsein und Gespür für eine wirklich sinnhafte Entwicklung ihrer Gemeinde zu haben als die sogenannten Volksvertreter, oder besser Marktvertreter! Da brauchen sich diese nicht zu wundern, wenn immer mehr Menschen Wahlenthaltung üben oder aus Protest eine nicht wirkliche Alternative wählen.

Stellungnahme der BUND Kreisgruppe Northeim

zur Bauleitplanung des Flecken Nörten-Hardenberg
Vorstudie zur Aufstellung des Bebauungsplan Nr. 23 „Gewerbepark Leinetal“ OT
Nörten-Hardenberg und der 27. Änderung des Flächennutzungsplanes


hier als pdf zum download

BUND startet Unterschriftensammlung gegen Gewerbepark bei Nörten!

Jetzt direkt online mitmachen!

Nach Angaben des Sachverständigenrates für Umweltfragen wurden in Niedersachsen 2014 täglich 10,2 ha = 102.000 m² Fläche versiegelt! Auf Grund der Vorgaben der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie will Niedersachsen diesen Wert bis 2020 auf 3 ha = 30.000 m² reduzieren. Wie soll dieses Ziel erreicht werden, wenn so überflüssige und sinnlose Projekte wie der Gewerbepark bei Nörten geplant und realisiert werden. Wie ist es umweltpolitisch zu rechtfertigen, wenn wertvolles Ackerland im Auenbereich zu betoniert wird, um zwischen zwei Tankstellen eine dritte zu bauen. Eine Markthalle auf die grüne Wiese zu setzen, wenn vier große Supermärkte in und um Nörten bereits regionale Produkte anbieten und sicherlich bereit sind das Angebot auch auszuweiten. Eine Fast-Food-Kette anzusiedeln, die in Bezug auf den Absatz regionaler Produkte eher konträr wirkt, da diese ihre vorgefertigten Produkte überregional einkauft!

Da winkt ein fragwürdiger Investor mit schönen Plänen, Gewerbesteuer und Arbeitsplätzen und schon verfallen die Entscheidungsträger in Euphorie ohne nachhaltig zu handeln.. Die Kaufkraft wird in Nörten und Umfeld nicht wesentlich steigen und die AutofahrerInnen mit einem 50 m hohen Werbepylon zwischen Northeim und Göttingen – wo bereits ähnliche Konsummöglichkeiten in Autobahnnähe existieren – von der Piste zu locken, erscheint fragwürdig und nicht sinnvoll!

Eine bedingungslose Ansiedlung von jedwedem Gewerbe zur Erhöhung der gemeindlichen Gewerbesteuer führt zu solchen abartigen Ideen wie XXXL-Möbelhäusern in Göttingen, Einkaufsparks auf der Grünen Wiese und Logistikzentren die nach dem Prinzip des Wettbewerbs der Steuervergünstigungen vergeben werden.! Die Folge ist eine anarchistische Zersiedlung der Landschaft mit volkswirtschaftlich und ökologisch höchst negativen Ergebnissen und wachsender Leerstand in den Innenstädten. Boden ist nicht vermehrbar und jede versiegelte Fläche ist für Natur, Umwelt, Flora und Fauna und Landwirtschaft endgültig verloren. Deshalb verurteilt der BUND dieses Projekt und ruft zum Widerstand gegen die Realisierung des Gewerbeparks auf. Unterschriftenlisten können unter hier heruntergeladen werden. Im Rahmen einer frühzeitigen öffentlichen Beteiligung liegen die Planungsunterlagen vom 27.06 – 27.07 2016 in der Gemeindeverwaltung Nörten-Hardenberg aus.

Offener Brief an die Bürgermeisterin vom 26.01.2016

Frau Bürgermeisterin
Astrid Klinkert-Kittel
Bergstr. 2
37176 Nörten-Hardenberg

Espol, den 26.01.2016

Offener Brief

Echtes Sahnestück“ wird sich als Bumerang erweisen

Sehr geehrte Frau Klinkert-Kittel,

mit anscheinend großer Begeisterung und in Hoffnung sprudelnder Gewerbesteuereinnahmen sehen Sie dem neuen Gewerbepark an der B 446 zwischen Nörten-Hardenberg und Lütgenrode entgegen, wie die Presse berichtete. Es ist erschütternd, wie unkritisch KommunalpolitikerInnen einer anarchischen Zersiedlung des ländlichen Raumes zustimmen, wenn sogenannte Investoren mit großen Versprechungen und viel Geld winken. 35.000 m² wertvoller, guter Ackerboden sollen hier wieder einmal einem Einkaufsparadies geopfert werden, das über kurz oder lang zu einer Arbeitsgruppe zur Belebung der „leerstehenden“ Nörtener Innenstadt führen wird. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in der Region bereits genug, die Tankstelle hinter der Autobahn wird gerade mit großem Aufwand saniert und 40 % der gekauften Lebensmittel laden in der Mülltonne! Was soll da eine neue „Markthalle“ in der freien Landschaft?

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)– Kreisgruppe Northeim - lehnt die geplante zusätzliche Ansiedlung von „Konsumtempeln“ auf der „Grünen Wiese“ und die hiermit verbundene weitere Bodenversiegelung wertvoller landwirtschaftlicher und Freiflächen stritt ab. Hiermit würden Flora und Fauna im Umfeld weiter eingeschränkt und die Biodiversität in diesem Bereich weiter reduziert. Unbestritten sind der Flächenverbrauch und die Landschaftszerschneidung eine Hauptursache für das Artensterben.

Auf Grund der ca. 70 ha = 700.000 m² täglich in der BRD umgewandelten landwirtschaftlichen Fläche und natürlich geprägter Lebensräume in Siedlungs- und Verkehrsflächen schreibt das Baugesetzbuch und das Raumordnungsgesetz vor u. a. durch die Flächennutzungsplanung den Flächenverbrauch zu reduzieren ( s. Baugesetzbuch 1. Abschnitt - § 1 Abs.5 und § 1a Abs. 2+3) Diese Vorgabe sollte insbesondere für fragwürdige und nicht zwingend notwendige Vorhaben von Politik und Verwaltung ernst genommen werden!

Durch die Versiegelung wertvoller Offenflächen erfolgt auch ein negativer Eingriff in den natürlichen Wasserhaushalt. Da Regenwasser nicht mehr auf der Fläche versickern kann, wird die Grundwasserneubildung gestört und insbesondere bei zunehmenden Starkregenereignissen die Hochwassergefahr in der nahe liegenden Leine regional gesteigert.

Zusätzlich sind wachsender Lärm und höhere Immissionsbelastungen durch stärkeren Verkehr im Umfeld eines potentiellen Einkaufszentrums nicht von der Hand zu weisen.

Die Erstellung neuer Bauvorhaben bei gleichzeitig wachsendem Leerstand in Städten und Gemeinden sowie eher schrumpfender Kaufkraft, führt zum einem sinnlosen Verbrauch der natürlichen, begrenzten, nicht vermehrbaren Ressource Boden und ist ökologisch und volkswirtschaftlich nicht zu rechtfertigen. Sie dient lediglich ökonomischen Interessen von Investoren, die auf Kosten der einheimischen Gewerbetreibenden Rendite erwirtschaften wollen.

Bleibt nur zu hoffen, dass bei EntscheidungsträgernInnen das Bewusstsein für ein wirklich nachhaltiges Handeln wächst und die Erkenntnis reift, dass die Hoffnung auf ein grenzenloses Wachstum nur in die Sackgasse führt und zu einem Bumerang werden wird.

Mit konstruktiv-kritischen, freundlichen Grüßen

Jürgen Beisiegel
Vorstand BUND KG Northeim

Die Veröffentlichung des Offenen Briefes im Göttinger Tageblatt können Sie hier nachlesen.

Frau Bürgermeisterin
Astrid Klinkert-Kittel
Bergstr. 2
37176 Nörten-Hardenberg

Espol, den 10.02.2016

Offener Brief "Nachgehakt"

Sehr geehrte Frau Klinkert-Kittel,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort, mit der Sie mich allerdings zu einigen konkreten Fragen herausfordern.

Sie schreiben, das Sie wegen unvollständiger Berichterstattung der Presse gern noch einmal grundsätzlich auf das Thema eingehen würden. Hierzu hätte ich im Vorfeld das Gespräch mit Ihnen suchen sollen! Ich würde diesen "Spieß" gerne umdrehen: Ich hätte erwartet, das Sie die Bevölkerung von den Gewerbeparkplanungen

unterrichten bevor ein Investor, mit welchen Zusagen für entsprechende Genehmigungen nach etlichen Vorgesprächen auch immer, Ackerland erwirbt, um dieses zu versiegeln. Auch hätte mich sowie sicherlich auch andere BürgerInnen interessiert, was Sie und Frau Glombitza in dem Amitera Gewerbepark bei Achim "mehr als beindruckt hat". Halten Sie es für demokratisch, die Bevölkerung so vor nahezu vollendete Tatsachen zu stellen?

Gern hätte ich auch den Unterschied zwischen einem Autohof und einem Autoservicepark erfahren!

Ich finde es bedauerlich, dass Sie in keiner Weise auf meine Argumentation eingehen und stattdessen in zwei langen Abschnitten die sozialen, ökologischen und ökonomischen Errungenschaften von Nörten-Hardenberg offerieren. Dazu beglückwünsche ich Sie, den Rat und die BürgerInnen, doch hat dies mit der Kritik an dem potentiellen Bauvorhaben nichts zu tun!

Finden Sie es volkswirtschaftlich und ökologisch sinnvoll wenige hundert Meter von einer vorhandenen, gerade aufwendig in der Sanierung befindlichen Tankstelle eine zweite zu etablieren?

Haben Sie mit den umliegenden BiobetriebsleiternInnen gesprochen, ob diese Interesse haben ihre hochwertigen Produkte zwischen Tankstelle und Fastfood-Restaurant anzubieten!

Möchten Sie mit einer weiteren Fastfood-Gastronomie die BürgerInnen animieren, noch mehr vorgefertigte, in ihrem Gesundheitswert umstrittene Kost zu konsumieren?

Sie schreiben "Es wurden in den letzten Jahren sehr gute Bedingungen geschaffen, um in Nörten-Hardenberg.......seinen Einkauf zu erledigen......! Warum dann eine neue Markthalle, wenn die Bedingungen schon sehr gut sind?

Sie wissen, dass Boden nicht vermehrbar ist, so das Ausgleichsflächen nicht geschaffen, sondern vorhandene Flächen nur aufgewertet werden können. Dass dies oftmals in fragwürdigen Zuständen endet, dürfte Ihnen bekannt sein! Und der im letzten Jahr maistragende Acker wäre und bliebe versiegelt. 700.000 m² landwirtschaftliche Fläche und natürlich geprägte Lebensräume werden täglich in der BRD in Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewandelt! Haben Sie mal über eine Reduzierung dieses Flächenverbrauchs nachgedacht?

Gibt es nicht im Zentrum von Nörten-Hardenberg gewerblichen Leerstand oder Baulücken, wo ein Bauernmarktladen wesentlich bessere und umweltfreundlichere Bedingungen für einen erfolgreichen Abverkauf regionaler Produkte finden würde?

Eine bedingungslose Ansiedlung von jedwedem Gewerbe zur Erhöhung der gemeindlichen Gewerbesteuer führt zu solchen abartigen Ideen wie XXL-Möbelhäusern in Göttingen, Einkaufsparks auf der Grünen Wiese und Logistikparks die nach dem Prinzip des Wettbewerbs der Steuervergünstigungen vergeben werden.! Die Folge ist eine anarchistische Zersiedlung der Landschaft mit volkswirtschaftlich und ökologisch höchst negativen Ergebnissen!

Wir möchten Sie bitten den BUND als Träger öffentlicher Belange an den Bauleitverfahren zu beteiligen!

Auf eine konkrete Beantwortung meiner Fragen hoffend,

mit erneut kritisch, freundlichen Grüßen

Jürgen Beisiegel



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