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Kreisgruppe Northeim

Offener Brief an Landwirt Bundstein und andere Blühwiesenaktivisten als Antwort auf den Artikel „Bienenwiese für Artenvielfalt“ in der HNA vom 17.04.2019

25. April 2019

Retten Blümchenwiesen den Biodiversitätsverlust?

Es mag vielleicht gut gemeint sein, medienwirksam auf Restagrarflächen im Rahmen von Aussaatfesten mit Kindern Blühecken anzulegen und sicherlich ist jede blühende Pflanze besser als keine, aber es besteht die Gefahr der Vereinfachung des Problems in der Öffentlichkeit nach dem Motto: hier und da eine Blümchenwiese und schon haben wir das Insektensterben im Griff! Dass die intensive Übernutzung landwirtschaftlicher Flächen ein wesentlicher Faktor für den Rückgang der Biodiversität darstellt ist unter Wissenschaftlern inzwischen unbestritten und wurde gerade in einer internationalen Studie unter Beteiligung der Uni Göttingen in der Fachzeitschrift Nature Communications publiziert (s. GT vom 15.04.) Entscheidend für die Artenvielfalt von Flora und Fauna sind strukturreiche, vernetzte Landschaften mit Bäumen und Hecken, Randstreifen und Gräben, Gehölzen und vielfältigen Fruchtfolgen ohne Pestizide und Überdüngung, d. h. wir brauchen dringend eine andere landwirtschaftliche Produktion nach der Erkenntnis „Vielfalt fördert Vielfalt!“ Das ein pflugloser Ackerbau auch ohne Glyphosat möglich ist belegen inzwischen so wirtschaftende Biobetriebe.  Es ist sehr bedauerlich, dass die Mehrzahl der Landwirte/Innen immer noch in den Umwelt- und Naturschutzverbänden ihre größten Gegner sehen und nicht in den Lobbisten von Politik und Verbänden die oftmals in Vorstands- und Aufsichtsratsposten der Chemie- Dünger- und Saatgutindustrie ihre Dividenden im Auge haben und eine auf Quantität statt Qualität ausgelegte Agrarpolitik des Wachsens und Weichens propagieren. So wird mit der Schirmherrschaft eines CDU-Politikers das Projekt der Moringer Blühwiese (s. HNA vom 17.04.) in eindeutiger Weise konterkariert und erhält Alibicharakter, erweisen sich doch gerade Mandatsträger dieser Partei als Blockierer in Sachen Glyphosatverbot und einer wirklich nachhaltigen Landwirtschaft. Glaubwürdig werden Anleger von Blühstreifen erst, wenn Sie die ursächlichen Zusammenhänge des Biodiversitätsverlustes erkennen und sich bemühen ihr Wirtschaften insgesamt auf eine wirkliche natur- und umweltfreundliche Produktion umzustellen.

 

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